Obwohl uns unsere Füße täglich „ertragen" müssen, vernachlässigen wir
sie ständig. Häufig zwängen wir sie in unangepaßtes Schuhwerk und
erwarten trotzdem, daß sie uns sicher durchs Leben tragen. Sie fristen
oft ein Schattendasein und werden erst bemerkt, wenn sie mit Schmerzen
auf sich aufmerksam machen. Immerhin legt ein Mensch in seinem Leben
einen Weg von 120.000 km zurück, fast dreimal um die Erde. Pro Tag
müssen sie 1000 Tonnen Belastung aushalten. Fußprobleme zählen zu den
häufigsten Beschwerden des Menschen.
Der normale Fuß
Der normale Fuß besitzt eine spezielle Anordnung der
Fußknochen (Längs- und Quergewölbe) zur Übertragung des Körpergewichtes
auf den Boden. Um jedoch einen sicheren Stand und einen störungsfreien
Bewegungsablauf zu garantieren, ist ein kompliziertes Wechselspiel zw.
Knochen, Sehnen, Bändern und Muskeln des Fußes notwendig. Die
Mittelfußknochen und Zehenknochen verlaufen fast paralell zueinander.
Das Quergewölbe des Fußes stützt sich auf zwei „Säulen" - dem
Großzehengrundgefenk und dem Kleinzehengrundgelenk - ab. Die
dazwischenliegenden Mittelfußköpfchen bilden einen gewölbeartigen Bogen.
Der Senk- Spreizfuß
Hier kommt es durch Auflockerung der Gefügestrukturen
zur Abspreizung besonders des 1. Mittelfußstrahles. Durch bestehende
Fixation der 1. Zehe (Muskelzug) entsteht der sichtbare
Großzehen-ballen. Es resultiert eine Verbreiterung des Vorfußes.
Gleichzeitig kommt es bei der Aufspreizung zur Absenkung der
Mittelfußkopfchen mit dem Verlust des Quergewölbes. Sichtbares Zeichen
für diesen durchgetretenen Fuß sind Schmerzen der Mittelfuß köpf chen
bei Belastung (Metatarsalgie) und Hornsschwielen unter den
Mittelfußköpfchen.
Hallux valgus Großzehenballen
Behandlung
Ziel der chirurgischen Behandlung ist die Korrektur der
Fehlstellung des Fußes mit Rekonstruktion der Statik. Die Behandlungen
erfolgen immer abhängig vom jeweiligen Befund. Je nach Schweregrad
werden die genannten OP-Methoden einzeln oder in Kombination eingesetzt.
OP nach Barouck
Der Knochen wird im Bereich des Mittelfußes umgestellt,
dabei wird der Knochen zersägt und mit Spezialschrauben wieder
vereinigt. Diese Methode erlaubt eine frühe Belastung des Fußes, oft
schon nach einer Woche.
OP nach Weil (bei Hammerzehenbildung)
Das Mittelfußköpfchen wird gekürzt (unter Erhaltung der
Gelenkfläche) und wieder verschraubt. Zusätzlich ist eine Verlängerung
der Strecksehne notwendig. Die Zehe wird mit einem Metallstift fixiert,
der nach ca. 1 Woche wieder entfernt wird.
OP nach Akin
Wenn zusätzlich eine schiefe Großzehe vorliegt, wird ein
Knochenkeil entnommen, die Zehe gerichtet und zur Stabilisierung eine
Metallkrampe eingebracht. Manchmal ist eine zusätzliche Stabilisierung
durch einen Metallstift notwendig, welcher nach ca. einer Woche entfernt
wird. Die genannten OP-Methoden werden in der Regel in Allgemeinnarkose
durchgeführt. Häufig ist eine Übernachtung nach der OP sinnvoll.
Nachbehandlung
Die postoperative Nachbehandlung umfaßt eine
Ruhigstellung mit Spezial-Schuhen und Bandagen. Durch eine früh
einsetzende Bewegungstherapie sollen die Fußmuskulatur gekräftigt und
die Gelenke mobilisiert werden.