Erst wenn die Beweglichkeit des Schultergelenkes eingeschränkt oder
schmerzhaft ist, wird uns dessen Bedeutung für den Alltag (Arbeit wie
Freizeit) bewusst. Schulterbeschwerden haben meist eine akute,
unfallbedingte oder chronisch-degenerative
Aufbau und Funktion:
Die Schulter ist ein so genanntes „Kugelgelenk".
Durch diese Bezeichnung wird die freie Beweglichkeit in allen Ebenen
möglich.
Arbeiten über Kopf, Zähne putzen, Schminken und Haare kämmen wären
ohne Schultergelenk ebenso wenig möglich wie das Verknoten einer
Schürze auf dem Rücken, um nur einige Beispiele zu nennen.
Diagnostik:
Eine zentrale Rolle spielt hierbei der Ultraschall. In der Hand des erfahrenen Untersuchers können besonders gut die Weichteile der Schulter untersucht werden. Der Vorteil dieser Methode ist die sofortige Verfügbarkeit in unserer Praxis und die Untersuchung des Gelenkes in der Bewegung.
Therapie:
Die nicht operative Therapie hat bei akuten und chronischen
Schultererkrankungen nach wie vor einen hohen Stellenwert. Durch Ihren
Facharzt optimal auf Ihre persönliche Krankheitssituation eingestellt,
können so durch Ruhigstellung, verschiedene Formen der Physiotherapie
und Medikamentengabe (z. T. auch in das Gelenk hinein) in vielen Fällen
rasche Beschwerdebesserung und Ausheilung der Schulterverletzung
erreicht werden.
Es muss aber betont werden, dass nicht alle Schulterbeschwerden
ohne Operation behandelt werden können. Gerade erhebliche
Gewalteinwirkungen auf die Schulter und daraus resultierende
Zerstörungen aber auch schwere degenerative Schäden können in
Einzelfällen komplexe Operationen und selten auch einen Ersatz durch ein
künstliches Gelenk nach sich ziehen.
Die moderne Medizin mit neuen schonenden Operationsverfahren,
wie sie in unserer Praxis angewandt werden, hilft den Patienten bei
ihrem Wunsch nach Lebensqualität, Wiederherstellung der körperlichen
Aktivität und Vorbeugung von Spätschäden. Die Spiegelung der Gelenke hat
dabei in den letzten 15-20 Jahren bei vielen Erkrankungen, auch an der
Schulter, für einen Durchbruch gesorgt. Diese Form der Behandlung wird
auch als minimal invasive Chirurgie („SchlüsseNochmethode") bezeichnet.
Gute operative Ergebnisse bei minimalen postoperativen Beschwerden unter
Schonung der Integrität des Körpers haben diesen Methoden zu Recht den
Ruf als sehr behutsam, fast sanft eingebracht. Hier ist es wichtig nach
sorgfältiger Diagnostik durch den erfahrenen Facharzt im
vertrauensvollen Gespräch mit Ihnen alle Fragen zu klären und dann
gemeinsam eine für Sie optimale Therapieentscheidung zu treffen. Unser
Anliegen in solchen Fällen als Team von Fachärzten ist dabei nicht nur
die kompetente Beratung sondern auch der Wunsch Ihnen die Kontinuität in
Diagnostik und Therapie zu bieten, die Vertrauen schafft.
Unsere Therapiebögen bieten Ihnen zu ausgewählten Erkrankungen -
auch anderer Geienke - weitere Informationen. Hier können Sie in Ruhe
über die Ursache Ihrer Beschwerden und die möglichen Therapien weiteres
Wissen bekommen. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass gut informierte
Patienten entspannter die Behandlung erleben, da sie wissen worauf es
ankommt, die postoperative Erholungsphase ist verkürzt und sie wirken
aktiver bei der Physiotherapie mit.
Die Behandlung des Lippenabrisses
von der Schulterpfanne durch eine Gelenkspiegelung
(„Schlüssellochmethode")
Ursache:
Ursächlich handelt es sich hier um eine unfallbedingt
oder degenerativ verursachte Ablösung der Knorpellippe von der
knöchernen Schulterpfanne. Hieraus resultieren meist Schmerzen und
Instabilität des Gelenkes.
Die Operation:
Der Patient wird in sitzender Position gelagert und es
erfolgt über 2-3 kleine Stiche eine Untersuchung der Schulter durch
Spiegelung.
Über diese Zugänge erfolgt auch in sogen. „Schlüssellochtechnik" die
Befestigung der knorpeligen Schulterlippe an der knöchernen Gelenkpfanne
durch eine Naht oder kleine Anker, wie im Bild schematisch dargestellt.
Der Verlauf nach der Operation:
Noch im Operationssaal bekommt der Patient für 3
Wochen ein Lagerungskissen angelegt. In den meisten Fällen kann bereits
am 2. postoperativen Tag mit einer Physiotherapie begonnen werden.
Für 3 Wochen ist die Beweglichkeit des Armes im SchuStergelenk
auf 30° Abspreizung (Abduktion), 30° Vorbewegung (Flexion) und
freigegebene passive Innendrehung begrenzt.
Bis zum Ablauf der 6. Woche postoperativ wird dann allmählich
die Abduktion und Flexion auf 90° gesteigert.
Insgesamt dauert die physiotherapeutische Behandlung mindestens 6
Wochen. Die Arbeitsunfähigkeit besteht, abhängig von der Beweglichkeit
und dem ausgeübten Beruf, im Allgemeinen für 6 Wochen.
Die Behandlung der eingeschränkten Schulterhöhe durch
eine Gelenkspiegelung
(„Schlüssellochmethode")
Ursache:
Ursächlich handelt es sich hierbei meist um die
Einengung der Schulterhöhe durch Entzündung des dortigen Schleimbeutels
oder um eine knöchern bedingte Einengung dieses Raumes.
Die Operation:
Der Patient wird in sitzender Position gelagert und es
erfolgt über 2-3 kleine Stiche eine Untersuchung der Schulter durch
Spiegelung.
Über diese Zugänge erfolgt auch in sogen. „Schlüssellochtechnik" eine
Erweiterung des eingeengten Raumes unter der Schulterhöhe. In
Abhängigkeit von der festgestellten Ursache erfolgt dabei die schonende
Entfernung des Schieimbeutels und gegebenenfalls die Glättung
überschießenden Knochens unter der Schulterhöhe.
Der Verlauf nach der Operation:
Noch im Operationssaal bekommt der Patient für 3
Wochen ein Lagerungskissen angelegt. 24 Stunden nach dem Eingriff
beginnt bereits die Physiotherapie mit passiven Bewegungen des Armes.
Nach 3 Wochen wird dann schrittweise mit aktiven Bewegungsübungen
begonnen, Insgesamt dauert die physiotherapeutische Behandlung ca. 6
Wochen. Die Arbeitsunfähigkeit besteht, abhängig von der Beweglichkeit
und dem ausgeübten Beruf, im Allgemeinen für 6 Wochen.